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Teil 1: Wissensbilanzierung - Was ist das? |
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In der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist Wissen einer der bedeutendsten Rohstoffe. Verantwortungsvolle Unternehmen wissen schon heute um die Nachhaltigkeitihrer Entscheidungen auf Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter (Corporate Socialesponsibility). Der demografische Wandel erfordert dabei eine neue Sicht auf dieRessource Mensch.
Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.
Das Adecco-Institut (London) hat zur Messung der Qualität des „Managements der Arbeitskräftealterung“ den Demographischen Fitness Index DFX geschaffen. Fünf Handlungsfelder fliessen in den Index ein: Laufbahnplanung, Lebenslanges Lernen, Diversity-Management, Gesundheitsmanagement und Wissensmanagement. Das immaterielles Vermögen, bestehend aus den Fähigkeiten der Mitarbeiter, den Strukturen des Unternehmens und den externen Beziehungen trägt massgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei, findet sich aber in keiner herkömmlichenBilanz. Die Wissensbilanz schliesst diese Lücke. Dem immateriellen Vermögen der Aktivseite steht das intellektuelle Kapital als Passivposten gegenüber. Dieser setzt sich zusammen aus dem Humankapital (gehört den Mitarbeitern), dem Strukturkapital (gehört dem Unternehmen) und dem Beziehungskapital (kann dem Unternehmen und/oder den Mitarbeitern gehören). Die Wissensbilanz macht die Zusammenhänge zwischen den Zielen, den Geschäftsprozessen und dem Geschäftserfolg einerseits und dem Human-, Struktur- und Beziehungskapital andererseits transparent. Auf Basis dieser Kenntnisse kann das intellektuelle Kapital gezielt weiter entwickelt und der DFX stetig verbessert werden. Das HumankapitalDas Humankapital charakterisiert die Kompetenzen, Fertigkeiten und Motivation der Mitarbeiter. Es ist im Besitz des Mitarbeiters und verlässt mit ihm die Organisation. Beispiele für Humankapital: · Fachkompetenz - Marktkenntnisse, Kundenkenntnisse, Produktkenntnisse, Produktionskenntnisse, Kaufmännische Kenntnisse · Leistungskompetenz - Serviceverhalten, Innovationsverhalten, Qualitätsverhalten, Initiativverhalten, Terminverhalten · Führungskompetenz - Kommunikationsfähigkeit, Entscheidungsverhalten, Motivationsverhalten, Delegationsverhalten, Zielverhalten · Sozialkompetenz - Zuverlässigkeit, Konfliktfähigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Teamfähigkeit, Lernfähigkeit Anzeige Das StrukturkapitalDas Strukturkapital umfasst all jene Strukturen und Prozesse, welche die Mitarbeiter benötigen, um in ihrer Gesamtheit produktiv und innovativ zu sein. Das Strukturkapital ist im Besitz der Organisation und bleibt auch beim Verlassen einzelner Mitarbeiter weitgehend bestehen. Beispiele für Strukturkapital: · Führungsprozesse - Strategiefindung, Controlling, Qualitätsmanagement, Risikomanagement · Ressourcenprozesse - Supply Chain, Infrastruktur, Rekrutierung, Kapital · Leistungsprozesse - Produktmanagement, Produktplanung, Produktentwicklung, Beschaffung, Produktion, Akquisition, Auftragsabwicklung After-Sales-Support · Projektmanagementprozesse - Definition, Analyse, Realisierung, Test und Einführung · Unterstützungsprozesse - Kommunikation, Datenmanagement, Finanz- und Rechnungswesen, Interne Audits Das BeziehungskapitalDas Beziehungskapital einer Organisation umfasst alle Beziehungen zu organisationsexternen Gruppen und Personen, welche in der Geschäftstätigkeit genutzt werden. Das Strukturkapital ist im Besitz des Unternehmens und/oder des Mitarbeiters. Beispiele für Beziehungskapital: Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, Eignern, Investoren, Banken, Mitarbeitern, Integration von externem Wissen, Öffentlichkeitsarbeit, Verbandsarbeit, soziales Engagement, Regionalverantwortung Wechselwirkungen und Handlungsbedarf an einem BeispielFür ein Unternehmen der Investitionsgüterindustrie sind Wachstum und Kundenzufriedenheit die beiden wichtigen Einflussfaktoren auf den Geschäftserfolg (GE). Die hierfür notwendigen Geschäftsprozesse (GP) sind Akquisition, Produktentwicklung/- innovation und Service/Kundenbetreuung. Die immateriellen Vermögenswerte des Unternehmens sind: · Humankapital: Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Mitarbeitermotivation (HK) und Führungskompetenz · Strukturkapital: Kooperation, Führungsinstrumente, Informationstechnik (SK) und Prozessinnovation · Beziehungskapital: Kundenbeziehungen, Beziehungen zur Öffentlichkeit, (BK) Beziehungen zu Kapitalgebern, Investoren und Eignern, sowie Beziehungen zu Kooperationspartnern
Nachdem alle Einflussfaktoren hinsichtlich Quantität, Qualität und Systematik bewertet und die Wechselbeziehungen (Wirkungsstärken und Wirkungszeitraum) zwischen den Einflussfaktoren festgelegt waren, konnte die Frage, welche Faktoren am intensivsten auf das Wachstum des Unternehmens wirken, wie folgt beantwortet werden:
Ob nun die drei wesentlich Einflussfaktoren (SK-1, GP-2 und HK-4) zu den Stärken oder der zu den Schwächen des Unternehmens zu zählen sind, zeigt das Potentialportfolio der Wissensbilanzierung:
Das Ergebnis:SK-1 (Strukturkapital Kooperation und Wissenstransfer) und HK-4 (Humankapital Führungskompetenz) müssen entwickelt werden, weil sie ein hohes Einflussgewicht auf den Geschäftserfolg besitzen und in der heutigen Bewertung schlecht beurteilt sind. Für den Geschäftsprozess Produktentwicklung/-innovation (GP-2) liegt der Handlungsbedarf in der Stabilisierung des Prozesses. AusblickIm Jahr 2008 wird DER UNTERNEHMER insgesamt sechs Artikel zur Wissensbilanzierungveröffentlichen. In Ausgabe 2/2008 werden die Ergebnisse einer Online-Befragung zum Stand der Wissensbilanzierung in Baden-Württemberg veröffentlicht. Ausgabe 3/2008 beschäftigt sich damit, wie Wissensbilanzen erstellt werden und mit Ausgabe 4/2008 folgen Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte
Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch Auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden. |
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