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Leitfaden: Franchising und Finanzierung

Eine brillante Geschäftsidee ist nur die halbe Miete. Frei ist der Weg zum Erfolg erst dann, wenn die Hürde „Finanzierung“ genommen ist. Die meisten Gründungen scheitern heute daran, dass Banken keine Kredite mehr gewähren. Häufig haben sich nach monatelanger Suche Franchise-Nehmer und Franchise-Geber gefunden und dann sagen die Banken "Nein". Dies liegt einerseits an den verschärften Kreditvergabebedingungen der Banken, den neuen Bewertungskriterien nach „Basel II“ und an einer generellen Zurückhaltung der Geldinstitute hinsichtlich der Finanzierung von Existenzgründungen. Andererseits machen Gründer bei der Finanzierungsanfrage und bei den Bankgesprächen Fehler, die sehr wohl vermeidbar sind. initiat sagt Ihnen, wie Sie es besser machen.

 

initiat

Über den Autor

Unser Kooperationspartner initiat ist Marktführer in der Beratung von Gründern, die sich als Franchise-Partner selbständig machen möchten. Gründer finden hier die zu ihnen passenden Franchise-Systeme und werden bei der Finanzierung unterstützt. initiat empfiehlt nur solche Systeme, die vorher eine ausführliche persönliche Bewertung erfolgreich durchlaufen haben.

Web: http://www.initiat.de/?ext=iniwords_2776&utm_source=iniwords_2776&utm_medium=cpc&utm_content=iniwords&utm_campaign=inipromotions, Email: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.

Damit sich das Unternehmen rechnet - die Finanzplanung

Das Herzstück der Existenzgründung ist die Finanzplanung. Eine detaillierte und genaue Aufstellung ist absolutes Pflichtprogramm, damit Ihr Vorhaben kein Fiasko wird. Die hier anstehenden Aufgaben sind, sollten Zahlen nicht unbedingt Ihr Steckenpferd sein, durchaus knifflig. Daher ist es empfehlenswert, Ihren Plan gemeinsam mit einem Gründungsberater zu entwickeln. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Ihr Finanzplan basiert auf Ihren individuellen strategischen Überlegungen. Ferner kommen Sie nicht umhin, ihn sich ändernden Bedingungen oder Umständen anzugleichen. Und dazu sind Sie nur in der Lage, wenn Sie Ihren Finanzplan selbst ausgearbeitet haben. Durch den Beraterkontakt haben Sie außerdem die Sicherheit, nichts Substanzielles zu vergessen.

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Diese Positionen, sie beziehen sich auf die ersten fünf Jahre, sind für Ihre Finanzplanung wesentlich:

  • der Investitionsplan
  • der Kostenplan
  • der Umsatzplan
  • der Gewinnplan
  • der Liquiditätsplan

Der Investitionsplan

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Wie viel Geld wird für die Firmengründung benötigt? Wie hoch der Kapitalbedarf ist, erschließen Sie sich, indem Sie alle erforderlichen Investitionen addieren. Es gilt, alle Posten, die für den Start in die Selbstständigkeit notwendig sind, zusammenzutragen (z.B. Lizenzen, Maschinen, Geräte, Geschäftsausstattung). Überlegen Sie, wie viel Geld Sie kurz- bzw. erst mittelfristig brauchen.

Der Kostenplan

Was soll der Spaß kosten? Oder anders ausgedrückt: Wie hoch sind die laufenden betrieblichen Kosten (Betriebsmittel)? Wie teuer ist die Gründung selbst? Wie viel Euro brauche ich zum Leben? Beziffern Sie alle Kosten. Unterschieden wird zwischen fixen Kosten (vom Umsatz unabhängig) und variablen Kosten, die durch die geschäftlichen Aktivitäten entstehen.

Auf Basis der erforderlichen Investitionen und der anfallenden Kosten in den ersten Monaten bis zum Break Even (ab diesem Zeitpunkt decken die Erlöse die Kosten) erstellen Sie dann Ihren Kapitalbedarfsplan. Machen Sie sich klar, dass Sie die Vorlaufkosten der eigentlichen Gründung und die Kosten der ersten Monate Ihrer Geschäftstätigkeit vorfinanzieren müssen. Nur durch eine solide Planung haben Sie die Möglichkeit, Ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern.

Der Umsatzplan

Der unbestritten komplizierteste Part einer Finanzplanung heißt „Umsatzplan“. Es geht um den zu erwartenden – realistischen! – Umsatz. Hierzu legen Sie einerseits die Anzahl Ihrer Kunden pro Monat fest. Grundlage ist eine fundierte Standort- und Potenzialanalyse. Andererseits ermitteln Sie den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde. Er errechnet sich aus Vergleichszahlen anderer Standorte, den Sortimentsschwerpunkten sowie aus der Kaufkraft. In die Kalkulation fließen zudem ein: Zusatzerlöse u.a. aus Lieferungen und Zusatzverkäufen, aber auch Erlösschmälerungen durch Skonto. Auf dieser Basis planen Sie sowohl den realistischen Monats- wie Jahresumsatz.

Der Gewinnplan

Was nützt die originellste Idee, wenn sie sich nicht rechnet? Ein Unternehmer muss wirtschaftlich arbeiten, um davon leben zu können. Sonst ist es Liebhaberei. Es geht um die Frage, ob auf die Dauer Gewinne erwirtschaftet werden. Im Gewinnplan stehen die kalkulierten Kosten dem prognostizierten Umsatz gegenüber.

Der Liquiditätsplan

Betriebswirtschaftliche Liquidität meint die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit in vollem Umfang zu erfüllen. Der Liquiditätsplan deckt sich inhaltlich weitestgehend mit dem Rentabilitätsplan. Ausgaben und Einnahmen werden bei ersterem allerdings in dem Monat eingetragen, in dem sie zu zahlen sind. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sinkt die Zahlungsbereitschaft. Kalkulieren Sie ein, dass Sie Ihre Lieferanten pünktlich bezahlen müssen, man Ihre Rechnungen vielfach nur zögerlich begleicht.

Typische Fallstricke bei der Liquiditätsplanung sind die Vorsteuer-Problematik und die zwingend notwendige Tilgung der Gründungsdarlehen. Diese werden bisweilen in der Planung außer Acht gelassen, können aber zu einem späteren Zeitpunkt Ursache für Existenz bedrohende Liquiditätsengpässe sein.

Die Kapitalbeschaffung – das A und O der erfolgreichen Existenzgründung

Ihr Finanzplan ist hieb- und stichfest? Gut, dann wissen Sie auch, wie viel Geld Sie zum erfolgreichen Aufbau Ihrer Firma brauchen. Als Quellen kommen zum einen Ihr eigenes Guthaben, zum anderen Darlehen Dritter infrage. Eines ist klar: Je mehr eigene Reserven, desto besser!

Eigenkapital

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Der zukünftig Selbstständige investiert je nach Franchise-System eine unterschiedlich hohe Summe. Dabei ist an eine Existenzgründung nur zu denken, wenn der Gründer auf genügend eigenes Kapital, trotz möglicher öffentlicher Förderung, zurückgreifen kann. Die Faustregel: Mindestens 20 bis 30 Prozent aller Investitions- und Vorlaufkosten sollten als Eigenkapital vorliegen. Die Investitionen tätigt der Franchise-Nehmer, denn es ist sein Betrieb, sein Risiko und letztendlich sein Erfolg.

Als „Eigenkapital“ versteht man sämtliche Guthaben abzüglich eventueller Belastungen:

Mögliche Guthaben und Vermögenswerte sind:

  • Bar- und Kontoguthaben
  • Aktien und Beteiligungen
  • Kapital-Lebensversicherungen
  • Bau- und sonstige Sparverträge
  • Immobilien

Hiervon abgezogen werden:

  • Kredite und Darlehen
  • Hypotheken und Immobilienkredite
  • andere Verbindlichkeiten

Der Endbetrag kann grundsätzlich als Eigenkapital eingebracht werden.

Eigenkapital hat verglichen mit geliehenem Geld den Vorteil, dass es langfristig zur Verfügung steht und keine Zinsen anfallen. Ein weiteres Plus: Eigenes Vermögen stärkt die Verhandlungsposition bei den Kreditgesprächen mit den Banken.

Fremdkapital

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Die Leerstelle zwischen eigenem Geld und dem erforderlichen Kapital zur Existenzgründung muss fremdfinanziert werden. Geldquelle Nummer eins sind Banken und Sparkassen. Sie sind nach wie vor die wichtigsten „Finanziers“. Auf Grund der großen Zahl verschiedenartiger Kredite, stellen wir an dieser Stelle zwei gängige vor:

Investitionskredit

Mit diesem Kredit finanziert der Gründer Anschaffungen, die langfristig genutzt werden sollen (z.B. Fahrzeuge, Maschinen, Einrichtungen). Die Laufzeiten: in der Regel zwischen fünf und 20 Jahren

  • Über die Höhe der Zinsen kann man mit zahlreichen Kreditinstituten verhandeln.

Kontokorrentkredit

Dies ist ein Überziehungskredit, der dem Franchise-Nehmer für sein laufendes Konto (= Kontokorrentkonto) gewährt wird. Entsprechend dem im Vorfeld vereinbarten Maximalbetrag kann es überzogen werden. Zinsen werden nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Kredit berechnet.

  • Das Manko: höhere Zinsen und satte Gebühren.
  • Der Kredit ist nur zur kurzfristigen Sicherung geeignet.

Unternehmensfinanzierung in Zeiten von Basel II

Dem Thema Rating begegnen nicht nur gestandene Unternehmer mit Respekt. Auch Existenzgründer sollten dieses ernst nehmen, wenn sie auf Bankkredite angewiesen sind. Das englische Wort „to rate“ heißt übersetzt: beurteilen, einschätzen.

Rating durch Banken und Sparkassen meint die Bewertung der voraussichtlichen wirtschaftlichen Fähigkeit eines Kreditnehmers. Es geht um die Frage, ob der Unternehmer seine Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllen kann. Dass Kreditgeber die Kundschaft auch heute schon „raten“, ist hinlänglich bekannt. Im Rahmen von Basel II, eine Regelung, die 2007 in Kraft tritt, sind Banken und Sparkassen verpflichtet, ihre Kreditrisiken durch Eigenkapital zu unterlegen.

Vor diesem Hintergrund und anhand des individuell verfügbaren Eigenkapitals werden Existenzgründer „geratet“. Aber auch - und das sind die eigentlichen Knackpunkte beim Rating nach Basel II - hinsichtlich qualitativer Faktoren. Letztere geben Auskunft über die Zukunftsfähigkeit des Gründungsvorhabens und lassen Rückschlüsse auf die Qualifikation als Selbstständiger zu.

Jeder zukünftige Franchise-Nehmer ist daher gut beraten, seine Argumente im Konzept auf Schlüssigkeit und Überzeugungskraft abzuklopfen. Die Rede ist von diesen Punkten:

  • Führungskompetenz
  • kaufmännisches und fachliches Können
  • Wettbewerb in der Branche
  • Branchenkenntnisse
  • Innovationsniveau der Dienstleistungen / Produkte
  • mögliche Stolpersteine

Ferner bietet diese Checkliste, die nur einzelne kritische Punkte anreißt, Orientierung:

  • Wie stufen Sie Ihre Abhängigkeit von der Konjunktur ein?
  • Ist Ihre IT fit für die Zukunft?
  • Wie schätzen Sie die Qualität Ihres Mahn- und Rechnungswesens ein?
  • Sie haben Ihr Alleinstellungsmerkmal (USP = Unique Selling Proposition) gegenüber Mitbewerbern klar herausgearbeitet?
  • Die Branche entwickelt sich hervorragend?
  • Wie bewerten Sie das Potenzial Ihrer Kernzielgruppe?
  • Ist Ihre Organisation effektiv?
  • Wie lautet Ihr Urteil hinsichtlich der Zahl Ihrer Mitbewerber?
  • Wie beurteilen Sie Ihr Vertriebskonzept?

Ein Tipp für Ihr individuelles Rating: Wer sich weitergehend mit dem Thema beschäftigen will, ist gut beraten, sich um Unterstützung zu bemühen. Einstellen sollte sich der Franchise-Nehmer darauf, dass er die Bank umfassend, systematisch und zeitnah informieren muss, wenn sein Unternehmens-Rating gut sein soll. Jeder, der sich auf eigene Füße stellt, weiß auch, dass man an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen muss. Die mögliche Folge: die kontinuierliche Informationspflicht gegenüber der Bank wird plötzlich zur fatalen Nebensache. Geeignete Ansprechpartner sind: Steuerberater, spezialisierte Gründungsberater bzw. Ratingberater.

Öffentliche Förderhilfen

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Eine Ergänzung zu den üblichen Bankkrediten stellen öffentliche Förderhilfen dar. Es gilt das „Hausbankprinzip“. Gemeint ist, dass Gelder über die Hausbank beantragt werden müssen.

Abhängig vom jeweiligen Kredit leitet letztere den Antrag zum Beispiel an die KfW Mittelstandsbank weiter. Diese unterstützt Gründer bei der Finanzierung – und zwar mit besonders günstigen öffentlichen Fördermitteln. Hierdurch ist sie Ansprechpartnerin in allen Fragen der Unternehmensfinanzierung. Sie ist Teil der KfW Bankengruppe und entstand aus der Verschmelzung der DtA auf die KfW (www.kfw-mittelstandsbank.de).

Mittlerweile gibt es eine Bandbreite öffentlicher Starthilfen und Förderprogramme. Wer seinen künftigen Betrieb auch aus öffentlichen Töpfen zu finanzieren gedenkt, der sollte sich eingehend auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) erkundigen: www.bmwa.bund.de.

Doch aufgepasst, wer in den Genuss öffentlicher Hilfen kommen möchte, muss sich grundsätzlich an diese Spielregeln halten:

  • Erst wenn die Gelder genehmigt sind, darf der Gründer mit seinem Vorhaben starten.
  • Legitim sind verbindliche Miet-, Kauf-, Liefer- oder Bauverträge erst nach Erhalt des positiven Zuwendungsbescheids.
  • Nur eine erste Unternehmensgründung kann finanziert werden.
  • Qualifikationen, Berufs- und Branchenerfahrungen sowie kaufmännisches Know-how sind zu belegen.
  • Ohne die Dokumentation des zu erwartenden ökonomischen Erfolgs in einem detaillierten Konzept läuft nichts.

Jeder Franchise-Nehmer in spe sollte wissen, dass einige Förderprogramme der Hausbank eine so genannte „Haftungsfreistellung“ gewähren. Das Risiko für das Geldinstitut wird minimiert, das erleichtert dem Banker wiederum, die Finanzierungszusage zu geben.

Der Mix macht’s: individuelle Finanzierung aus mehreren Töpfen

Wer im Lotto gewonnen hat, gründet vielleicht ausschließlich per Eigenkapital. Doch die meisten anderen gelangen erst durch die Finanzspritze Dritter in die richtige Startposition. Wer hier lediglich auf den Bankkredit setzt, ist selber Schuld. Es geht vielmehr um die optimale Mischung aus eigenen wie öffentlichen Mittel und Bankdarlehen. Einen Königsweg gibt es hier nicht.

Bei der Suche nach Antworten auf die Frage „Hilfe, wie soll ich mein Unternehmen finanzieren?“ sind Sie daher bei einem Existenzgründungsberater in guten Händen. Er unterstützt Sie bei der Aufstellung des individuell auf Ihr Vorhaben abgestimmten „Finanzierungsportfolios“. Sachdienlich und beruhigend ist obendrein, dass sich staatliche Finanzierungen durchaus ergänzen und verknüpfen lassen.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch Auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden.

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