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Finanzierungsregeln

Anmerkung: Dieser Artikel ist Teil einer Reihe Grundwissen zu Finanzierung, in der wir grundlegende Fragen zur Finanzierung Ihrer Existenzgründung beantworten.

Für die Finanzierung eines Unternehmens gibt es einige Grundsätze wie die „Goldene Finanzierungsregel“, die „Goldene Bilanzregel“ und die „1:1 Regel“. Finanzierungsregeln werden in Abwandlungen von Banken und Versicherungen für die Bewertung von Krediten als einer von mehreren Kriterien verwendet. Obwohl diese beiden Regeln nicht immer ganz streng angewandt werden, ist es wichtig, Ihren Sinn zu verstehen, damit Sie bei der Planung Ihrer Existenzgründungsfinanzierung Fehler vermeiden.

Die Goldene Finanzierungsregel

Die Goldene Finanzierungsregel trifft eine Aussage zur Dauer der Kapitalbindung und der Kapitalverwendung. Sie besagt: Langfristiges Vermögen soll durch langfristig verfügbares Kapital, kurzfristiges Vermögen durch kurzfristiges Kapital gedeckt werden.

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Konkret bedeutet das, dass Güter des Anlagevermögens (z.B. Maschinen) mit Kapital finanziert werden sollen, das langfristig zur Verfügung steht. Das kann entweder Eigenkapital oder ein Kredit mit einer langen Laufzeit sein. Umgekehrt besagt diese Regel, dass Güter des Umlaufvermögens (z.B. Waren und Rohstoffe) am besten mit Kapital finanziert werden, das kurzfristige Laufzeiten hat. Kurzfristiges Kapital ist zum Beispiel der Kontokorrent-Kredit.

Was ist der Sinn der Goldenen Finanzierungsregel?

Mit langfristig gebundenem Anlagevermögen (wie z.B. einer Maschine) erzielen Sie im Normalfall über die Dauer seiner Nutzung Einnahmen, die Sie dazu verwenden können, den Kredit abzuzahlen. Kurzfristige Kredite sind in der Regel teurer als Kredite mit einer langen Laufzeit. Deshalb ist es wirtschaftlicher, einen günstigeren langfristigen Kredit mit den Einnahmen abzuzahlen, die Sie mit dem langfristig gebundenen Anlagevermögen erwirtschaften.

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Im Gegensatz dazu schlagen Sie kurzfristiges (Umlauf-)vermögen (wie z.B. Waren) schneller um und erzielen damit auch schneller Einnahmen. Sie benötigen also nur für einen kurzen Zeitraum Kapital. Da Kapital jedoch Zinsen kostet, ist kurzfristiges Kapital hier besser als ein langfristiger Kredit, bei dem Sie viel länger Zinsen bezahlen als Sie das Kapital benötigen.

Die Goldene Bilanzregel

Die goldene Bilanzregel trifft eine Aussage dazu, welche Art von Vermögen in der Bilanz mit welcher Art von Kapital zu decken ist. Hier gibt es mehrer Varianten:

Variante 1: Anlagevermögen ist durch Eigenkapital zu finanzieren

Variante 2: Anlagevermögen ist durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital zu decken

Variante 3: Anlagevermögen und langfristig gebundenes Umlaufvermögen sind durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital zu decken.

Was ist der Sinn der Goldenen Bilanzregel?

Der Sinn der Goldenen Bilanzregel ist ähnlich dem der Goldenen Finanzierungsregel, da Anlagevermögen in der Regel langfristiges Vermögen ist: Langfristiges Vermögen soll am besten durch langfristiges Kapital gedeckt sein.

1:1 Regel

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Die 1:1 Regel definiert ein „ideales“ Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital. Sie besagt:

Das Fremdkapital sollte durch das Eigenkapital gedeckt sein. Das heißt, das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital ist 1:1.

In der Praxis ist jedoch häufig mehr Fremdkapital in einem Unternehmen als Eigenkapital.

Was ist der Sinn der 1:1 Regel?

Mit der 1:1 Regel soll einer Überschuldung von Unternehmen langfristig entgegengewirkt werden. Wie bereits erwähnt, haben Unternehmen aber häufig mehr Fremdkapital als Eigenkapital. Das kann unter Umständen sogar vorteilhaft sein, weil dadurch in manchen Fällen eine höhere Eigenkapitalrendite erwirtschaftet werden kann.

 

Dieser Artikel gibt rein die Meinung seines Autors wieder. existXchange.de hat den Inhalt dieses Artikels nicht überprüft und haftet somit nicht für dessen Inhalt.