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Existenzgründung als Chance Teil IV: Der Finanzplan

Eines der wichtigsten Kapitel Ihres Geschäftsplanes ist Ihr Finanzplan. Er gibt Ihnen Auskunft darüber, wie viel Geld Sie wann benötigen und ob Sie sich mit Ihrem Vorhaben selbstständig finanzieren können – oder ob es nur ein kostspieliges Hobby bleibt. Machen Sie aus Ihrem Finanzplan jedoch keine wissenschaftliche Arbeit. Dies ist in den meisten Fällen gar nicht nötig.

 Hinweis: Artikel erschienen in der Hessischen Allgemeinen Zeitung (HNA) am 09.06.2007

Existengründerartikel

Über den Autor

Dr. Michael Raschbichler ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler (Universität St. Etienne, Frankreich und Kassel), gefragter Referent und Berater auf internationalen Konferenzen (zuletzt World High Speed Rail Conference Amsterdam) zum Themenbereich langfristige Veränderungen sozioökonomischer Strukturen.

Als Coach und Unternehmensberater in Kassel leitet er das Institut für berufliche Qualifikation und Existenzgründung (INEX) und ist Gutachter bei Promotion Nordhessen - dem Existenzgründerwettbewerb. Er ist Partner der Roberts Corporate Consuting, Mitglied im Wirtschaftsclub Kassel e.V. und Mitinitiator des Netzwerk Wissensmanagement Nordhessen.

http://www.inex-kassel.de/, Email: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. Nickname: Dr. Raschbichler

Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.

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Unbedingt eine Aufstellung der Kosten vornehmen

Beginnen Sie mit der Aufstellung Ihrer monatlichen privaten Ausgaben, inkl. der freiwilligen Krankenversicherung und falls Sie haben, auch Zuschüsse. Listen Sie dann auf, was Sie einmalig zu Beginn Ihrer Gründung investieren müssen, damit Sie überhaupt geschäftsfähig werden. Dies sind Kosten der Gründung wie z.B. Gebühren, Renovierungskosten, die Büro- oder Ladeneinrichtung, der PC, Ihr Firmenschild, Ihre Geschäftsausstattung, Ihr Internetauftritt, Maschinen, Werkzeuge und die erste Warenausstattung, falls Sie im Handel tätig sind.

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Danach berechnen Sie Ihre laufenden monatlichen Betriebskosten. Also Miete, Telefon, Fahrtkosten, Werbung, Zinsen und Kredittilgung, Büro- und Reinigungsmaterial oder allgemeine Verbrauchsmittel, die Sie benötigen um Ihre Produkte überhaupt anbieten zu können. Wenn Sie nun diese monatlichen Zahlen zusammen führen, haben Sie einen Überblick, wie viel Geld Sie einmalig zum Start benötigen, wie viel Geld Sie in der Anlaufphase brauchen und wie hoch dann jeden Monat Ihr Umsatz mindestens sein muss, damit es sich für Sie überhaupt lohnt. Die Gesamtberechnung hat folgende Systematik: Umsatz – Wareneinsatz = Rohertrag - laufender Betriebskosten = Überschuss. Ihr monatlicher Umsatz ist also nicht Ihr Gewinn, sondern hiervon müssen Sie zuerst die Waren, die Sie verkaufen wollen und dann auch noch Ihre laufenden Kosten bezahlen. Beachten Sie, dass Sie in jedem Monat genug Geld haben müssen, um Ihre Rechnungen bezahlen zu können, da Sie ansonsten zahlungsunfähig und somit pleite wären.

Detaillierte Planung der Finanzen machen

Der nächste Schritt ist die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten. Es gibt zinsgünstige Darlehensprogramme für Gründer, die jeweils über Ihre Hausbank beantragt werden. Die drei Grunddarlehen unterscheiden sich hauptsächlich in der Kredithöhe, die zwischen 5.000 und 50.000 € liegen kann. Die jeweils aktuellen Konditionen finden Sie im Internet bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bedenken Sie aber, dass Kreditsummen unter 10.000 € für Geschäftsbanken unattraktiv sind, da der

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Verwaltungsaufwand höher ist, als der Gewinn. Für das Bankgespräch brauchen Sie dann Ihren aussagekräftigen Geschäftsplan und am besten auch noch Sicherheiten oder einen Bürgen. Bei allen Gründerprogrammen ist zu berücksichtigen, dass Sie vor Ihrer Gründung mindestens ein Informationsgespräch mit Ihrer Bank geführt haben müssen, da Sie ansonsten nicht mehr als Gründer gelten und diese günstigen Kredite nicht mehr bekommen können. Bei Darlehen unter 5.000 € spricht man übrigens von Mikrodarlehen oder –lendings, die mit weniger Verwaltungsaufwand vergeben werden – Informationen hierzu finden Sie ebenso im Internet. Für Hartz IV-Empfänger halten die jeweils zuständigen Behörden eigene Programme vor.

Sollten Sie weniger als 17.500 € Umsatz im Jahr haben, sind Sie Kleingewerbetreibender und brauchen keine monatlichen Umsatzsteuererklärungen abgeben – können allerdings auch keine Vorsteuer geltend machen. Trotzdem sollten Sie jeden Monat einen Abschluss vornehmen, um zu sehen, ob Sie Ihre finanziellen Ziele auch erreicht haben. Sollten Sie sich hierbei unsicher sein, gehen Sie zu einem Steuerberater oder suchen Sie sich einen Coach für die Nachgründungsbegleitung.

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