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Landesprogramm Starthilfe - Förderpraxis aktuell |
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Erfolgreicher Generationenwechsel: Dank staatlicher Fördergelder und eines ausgeklügelten Business-Konzeptes ist das Hotel und Restaurant „Schröcker Tor“ in Eggenstein-Leopoldshafen an eine jüngere Inhaberin übergegangen – deren erstes Fazit ist Erfolg versprechend.
Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt. Für Bianca Voicu ist ein alter Traum in Erfüllung gegangen: Die 33-jährige gelernte Hotelfachfrau führt seit Jahresanfang in Eigenregie mit drei Angestellten ein Hotel- und Restaurantbetrieb vor den Toren von Karlsruhe. Etwa ein Jahr hatte die Suche nach einem geeigneten Standort gedauert, dann wurde Voicu in der 15.000 Einwohner zählenden Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen im Landkreis Karlsruhe fündig: Übernommen hat sie dort das seit rund zehn Jahren bestehende „Schröcker Tor“ von ihrem Vorgänger, selbst ein Pächter, der aus altersund gesundheitlichen Gründen das Zepter an die jüngere Generation übergeben hatte. Anzeige Finanziert wurde die Übernahme mit einem zinsverbilligten Existenzgründungsdarlehen im Rahmen des „Landesprogramms Starthilfe für Klein-Gründungen“. Den dafür nötigen Antrag stellte Voicu bei ihrer Hausbank, der Sparkasse Karlsruhe, die das Ersuchen an die L-Bank weiterleitete. Von dort gingen die Unterlagen an die Bürgschaftsbank, die sich mit der zuständigen Industrie- und Handelskammer Karlsruhe in Verbindung setzte. Über die staatlichen Förderungsmöglichkeiten hatte Voicu eher zufällig aus einer Branchenzeitschrift erfahren. „Im August vorigen Jahres hatte ich mich entschieden, den Betrieb zu übernehmen, im Dezember hatte ich schon die Zusage der Bank“, freut sich die Jungunternehmerin über den schnellen, unbürokratischen Ablauf. Voraussetzung für die staatliche Unterstützung war neben vorhandenem Eigenkapital unter anderem die Erstellung eines detaillierten Business-Planes, in dem alle zu erwartenden Ein- und Ausgaben genau aufgeführt wurden. Die örtliche IHK-Vertretung hatte Voicu bei der Übernahme tatkräftig als Beratungsstelle zur Seite gestanden. „Sie hat den Business-Plan vor Vertragsunterzeichnung geprüft und das Vorhaben für sehr gut empfunden“, lobt Voicu die Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen. Über die Hausbank wurden sämtliche Versicherungsabschlüsse abgewickelt. „Das wichtigste war, eine gute, solide Geschäftsidee zu entwickeln“, resümiert die Hotelfachfrau im Nachhinein und rät potenziellen Firmenübernehmern, Verträge erst nach der endgültigen Finanzierungszusage durch die Hausbank abzuschließen. Die Stammkundschaft ist Voicu auch nach der Übernahme erhalten geblieben. Bei den Übernachtungen profitiert der Hotelbetrieb nicht unwesentlich von der unmittelbaren Nähe zum Forschungszentrum Karlsruhe. „Unsere Gäste werden sehr familiär aufgenommen, hier ist man keine Zimmernummer.“ Mit einer Bettenauslastung von durchschnittlich 62 Prozent liegt das „Schröcker Tor“ deutlich über dem Branchendurchschnitt, erklärt die Jungunternehmerin, deren 17 Doppelzimmer inmitten der nordbadischen Technologieregion über ein deutschlandweites Buchungssystem reservierbar sind. Dabei nimmt die Anzahl der Hotelgäste, vorwiegend Geschäftsleute, „von Monat zu Monat zu“. Hinzu kommt das für 40 Personen ausgelegte Restaurant, das nach seiner Umstellung von badischer auf überregionale Küche nicht nur den Hotelgästen offen steht, sondern auch von Besuchern aus dem umliegenden Wohngebiet frequentiert wird. Direktionsassistentin Anja Jäger wirbt mit dem Preisvorteil gegenüber vergleichbaren Hotels in der Karlsruher Innenstadt. „Wer einen zehn Minuten längeren Weg mit dem Auto über die B 36 nach Karlsruhe in Kauf nimmt, kann dafür 20 Euro pro Übernachtung einsparen“, betont die 32-Jährige, die seit Januar dieses Jahres maßgeblich an der Leitung des neu übernommenen Hotelbetriebs beteiligt ist. „Wir haben schon zuvor sieben Jahre lang erfolgreich in der Hotelbranche zusammen-gearbeitet und bilden ein eingespieltes Team“, blickt Voicu optimistisch in die Zukunft. Dank des staatlichen Förderprogramms kann der Betrieb im „Schröcker Tor“ jetzt unter neuer Leitung weitergehen. Förderprogramme für Existenzgründung und -festigungProgramm 1: Gründung- und Wachstumsfinanzierung („GuW“-Programm“) Wer gefördert wird: Natürliche Personen sowie gewerbliche Unternehmen (mit weniger als 250 Arbeitnehmern und entweder höchstens 50 Millionen Euro Umsatz oder 43 Millionen Euro Bilanzsumme) und Angehörige der freien Berufe. Die Existenzgründung muss innerhalb von drei Jahren zum Haupterwerb führen. Was gefördert wird: Investitionen: Gründung, Übernahme, tätige Beteiligung, Existenzfestigung (innerhalb von acht Jahren nach Gründung), Grundstücke, Gebäude, Baunebenkosten, Betriebsausstattung, Übernahmepreis Betriebsmittel: Gesamter Betriebsmittelbedarf im Rahmen der Existenzgründung und der Existenzfestigung innerhalb von acht Jahren nach der Existenzgründung Wie gefördert wird: Darlehen (bis zu 100 Prozent des Investitions- bzw. Betriebsmittelbedarfs), mindestens 5.000 Euro, maximal zwei Millionen Euro pro Vorhaben und Antragsteller Antragstellung: bei der Hausbank (Antrag wird an die L-Bank weitergereicht)
Programm 2: ERP-Kapital für Gründung Wer gefördert wird: Existenzgründer und Existenzfestiger im Bereich der mittelständischen gewerblichen Wirtschaft sowie der freien Berufe. Was gefördert wird: a) Gründung, tätige Beteiligung mit hinreichendem unternehmerischen Einfluss oder Übernahme (soweit die Förderung zur wirtschaftlichen Fortführung des Unternehmens erforderlich ist) b) Festigungsinvestitionen bis zwei Jahre nach Existenzgründung Wie gefördert wird: Nachrangdarlehen, Eigenmitteleinsatz mindestens 15 Prozent, die mit diesem Darlehen bis auf 40 Prozent aufgestockt werden können, Darlehen maximal 500.000 Euro pro Person Antragstellung: bei der Hausbank (Antrag wird an die KfWMittelstandsbank weitergereicht) Programm 3: Landesprogramm Starthilfe für Kleingründungen („Starthilfe-Programm“) Wer gefördert wird: Existenzgründer der gewerblichen Wirtschaft sowie Angehörige der freien Berufe (einschließlich Heilberufe) mit Finanzierungsbedarf bis zu 100.000 Euro Was gefördert wird: Investitionen, Erstausstattung des Waren-, Material-, Ersatzteillagers und Betriebsmittelbedarf, Erwerbspreis oder Gesellschaftsanteil; für Neugründungen, Betriebsübernahme und tätige Beteiligung Wie gefördert wird: Darlehen (bis zu 100 Prozent des Finanzierungsbedarfs); mindestens 5.000 Euro, maximal 100.000 Euro pro Unternehmen Antragstellung: bei der Hausbank (Antrag wird an die L-Bank weitergereicht)
Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch Auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden.
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