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5 Schritte zur erfolgreichen Existenzgründung im Handwerk - Ein nützlicher Leitfaden zum Erfolg

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Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) gab es 2004 über 100.000 Existenzgründungen im Handwerk. Im Vergleich zu anderen Unternehmensgründern weisen Handwerker die höchste „Überlebensrate" auf. Den Chancen der Selbständigkeit stehen jedoch auch besondere Belastungen und Risiken gegenüber. Lange Arbeitszeiten, erheblicher Arbeitsdruck und der Zwang, schnell weit reichende Entscheidungen zu treffen, gehören genauso zum Unternehmeralltag wie die Notwendigkeit, sich selbst um Absicherung von Alltagsrisiken zu kümmern. Es besteht auch die Gefahr des Scheiterns. Jede Existenzgründung erfordert eine sorgfältige Planung.

Anmerkung: dieser Artikel ist ursprünglich erschienen in der Zeitschrift Chefsache

martin-msch-kleiner

Über den Autor

Martin Mösch, Diplom-Wirtschaftspädagoge (Univ.), Diplom-Betriebswirt (BA) Steuern und Prüfungswesen

Studium der Betriebswirtschaft und der Wirtschaftpädagogik an der Berufsakademie Villingen-Schwenningen sowie der Johannes-Gutenberg Universität Mainz und der WHL (AKAD) Lahr. Seit 1996 freier Unternehmensberater und Trainer. Inhaber der Unternehmensberatung Mösch in Freiburg und Ettenheim sowie freier Berater bei der Braintools Consult GmbH (www.braintools.de) Freiburg. Trainertätigkeit u.a. für die Haufe Akademie und die Deutsche Bahn DB Training.

www.martinmoeschconsulting.de, Email: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Nickname: Martin Mösch

Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.


Fünf Schritte zur erfolgreichen Existenzgründung im Handwerk:

1. Qualifikationsnachweis

  • Persönliche Voraussetzungen (z.B. Gesundheit und Stressbewältigung) Meisterprüfung oder Ausnahmegenehmigung

2. Wahl der Rechtsform

  • Einzelfirma: Sinnvoll in der Anfangsphase, später Umstieg auf andere Rechtsform möglich
  • GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts): gut zur Beteiligung mehrerer Gesellschafter, z.B. eines Meisters
  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung): -Ein oder mehrere Gesellschafter –Haftung mit Einlage 25000Euro -Höhere Grundkosten (z.B.Notar) als bei der Einzelfirma oder einer GbR -Höhere Buchführungskosten

3. Behördengänge

  • Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde (kostet ca. 40 Euro) Alle weiteren Institutionen werden informiert
  • Meldung beim Finanzamt
  • Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer
  • Kosten der Eintragung für Einzelfirmen: ca.50 Euro für Meister; für Personen- und Kapital-Gesellschaften: ca. 80 Euro
  • Arbeitsamt: Auf Antrag erhalten Sie Überbrückungsgeld vom Arbeitsamt

4. Versicherungen

Bei allen Versicherungen gilt: Prüfen Sie, ob eine Versicherung in Ihrem Falle sinnvoll ist. Bei Bedarf sollten Sie Angebote von mehreren Gesellschaften einholen, da die Beiträge und Leistungen erheblich schwanken. Für Handwerksbetriebe sind u.a. folgende Versicherungen relevant:

  • Betriebshaftpflichtversicherung: Schutz vor Anspruch Dritter gegenüber Ihrem Unternehmen
  • Krankenversicherung: Wahlmöglichkeit zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung, Familienstand beachten! Rückkehr zur gesetzlichen Krankenversicherung nur sehr schwer möglich.
  • Krankentagegeldversicherung: Einschluss in private oder gesetz­liche Krankenversicherung möglich. Deckt den Verdienstausfall bei Krankheit ab; sinnvoll ab dem 30. Tag.
  • Unfallversicherung: Zahlt bei Gesundheitsschädigung infolge eines Unfalles. Gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur für Arbeitsunfälle. Eventuell private Unfallversicherung für Arbeit und Freizeit abschließen.
  • Rentenversicherung: 216 Monate Pflichtversicherung, danach freiwillige Versicherung. In den ersten drei Jahren ist ein halber Regelbeitrag (ca. 220 Euro) möglich. Zur genauen Feststellung der Beitragspflicht holen Sie sich am besten einen Termin bei den Beratern der Rentenversicherungsanstalten.
  • Lebensversicherung: Bei Vorsorge nicht nur auf Kapitallebensversicherung verlassen, sondern auch andere Vorsorgemaßnahmen wahrnehmen. Bei höheren Investitionen und zur Absicherung der Familie sollte der Abschluss einer günstigeren Risikolebensversicherung überlegt werden.

5. Finanzierung

  • Antragstellung erfolgt über die Hausbank
  • Erst Fördermittel beantragen, dann kaufen!
  • Vorlaufzeit von ca. 6 Wochen beachten Es besteht die Möglichkeit, die Kredite z.B. durch Bürgschaften der Kreditgarantiegemeinschaften des Bayerischen Handwerks GmbH (KGG) abzusichern.

Wichtig für das Bankgespräch ist das so genannte Gründerkonzept. Das besteht aus:

  1. Unternehmenskonzept (Business-Plan)
  2. Finanzierungsplan, Kapitaldienstermittlung
  3. Vermögens und Schuldenaufstellung
  4. Aufstellung von Sicherheiten
  5. Lebenslauf
  6. Kopie Meisterbrief
  7. Kopie über Kaufvertrag, Mietvertrag, Arbeitsverträge, Gesellschaftsvertrag
  8. Gewerbeanmeldung

 

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch Auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden.

 

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden. Der Autor alleine ist für den Inhalt des Artikels (und ggf. die Beschreibung des Autors) verantwortlich. Ebenso haftet existXchange.de nicht für Inhalte von Seiten auf die in diesem Artikel verlinkt wurde.

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