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Web 2.0 - Technologie, Usability und Business

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Wohin führt der Weg des neuen Internets aus Sicht der Unternehmen?

Es ist noch gar nicht allzu lange her, als die ersten Pionierprojekte wie Golem.de, Zdnet.de oder auch faz.de das Licht der Welt erblickten. Stupide Textzeichen und ein trostloses Design schnürten damals das Antlitz einer Internetpräsenz – und doch, die Augen der Besucher strahlten vor Neugierde. Ein Millionenpublikum, wachsende Absätze, dass zeichnete die Goldfieber-Phase des Web 1.0 aus.

Existenzgründung-Artikel von Tobias Gehring

Über den Autor

Tobias Gehring, Jahrgang 1983, ist seit 2003 im Logistikbereich eines marktführenden Herstellers von Sanitärprodukten in Offenburg/Schiltach als Logistik-Projektmanager tätig. Zuvor schloss er seine Ausbildung zum Industriekaufmann ab und studiert berufsbegleitend auf der Fachhochschule in Offenburg Betriebswirtschaft (VWA). Im Jahre 2002 folgte die Entscheidung, nebenberuflich als freier Journalist tätig zu werden. Kunden waren hierbei unter anderem Prosieben.de und AOK.de. Nach 3 erfolgreichen Jahren als Journalist, reizte ihn die Aufgabe des Online-Produktmanagers. Unter diesem Titel agierte er wiederum nebenberuflich bei einem Spiele-Magazin mit Sitz in Frankfurt. Nach mehreren Wirtschaftsinformatik-Vorlesungen und intensiver Literatur kann er sich einen Wechsel in die Medien-Branche durchaus vorstellen.

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Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.

Wir schreiben das Jahr 2006 und schon vor 2 Jahren wurde der Begriff „Web 2.0“ geboren. Dale Dougherty seines Zeichens Entwickler bei der O Reilly Media suchte nach einem passenden Namen für seine Entwicklerkonferenz. Es entstand Web 2.0 und die Debatten um den wesentlichen Kern der Webtechnologie entbrannten. Wie gestalte ich eine Internetseite nach Web 2.0? Gewinnen kommerzielle Angebote an Bedeutung? Wie stark wird sich die Erkenntnis der Human Computer Interaction, kurz HCI, auf das Web 2.0 auswirken? Das sind nur wenige Fragen, die sich Online-Experten täglich herausfordernd stellen. 

Grundsätzlich lässt sich Web 2.0 aus drei Perspektiven bewerten: Technologie, Usability und Business.

Technologie – wie entstand Web 1.0 und was ist Web 2.0?

Über viele Jahre wurde das Web 1.0 rein zu wissenschaftlichen Verbündnissen genutzt. Es diente sozusagen als Informationspool für Forscher. Im Jahre 1987 entwickelte Tim Berners-Lee den ersten interaktiven Browser und stellte das Hyperlink-Prinzip vor. Seither surfen wir im Internet.

Während Tim Berners-Lee als Prophet unter den Internet-Gurus galt, steht hinter dem Web 2.0 kein wirklicher Name. Vielmehr definiert sich die zweite Generation als eine Zusammensetzung von Beiträgen und Verbesserungsvorschlägen unterschiedlicher Wissenschaftler und Wirtschaftsinformatiker.

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Doch was ist denn nun neu und besser an Web 2.0 aus technischer Sicht? Zum einen sind es die neuen Webtechnologien wie beispielsweise XML-Scripte oder RSS-Feeds, die im Zusammenspiel viele neue Möglichkeiten in der Programmierung zulassen. Die Darstellungen und Qualitäten an Informationen und deren Bereitstellungen nehmen deutlich zu. Ein weiterer technischer Vorteil ist das Verknüpfen von Webinhalten. So können durch eine beschleunigte Programmierung, im Fachjargon Mashups genannt, ganze Inhalte von Website X auf Website Y übertragen werden. Unternehmen wie Google oder Amazon sind auf diesem Gebiet absolute Profis.

Durch diese und noch vielen weiteren technischen Vorteilen präsentiert sich das Web 2.0 als eine komplett neue Vernetzung zwischen den Besuchern (Usern). Zwar gab es auch schon im Web 1.0 Community-Eigenschaften, die nächste Generation jedoch blüht gerade zu auf. Es ist möglich Orte, Menschen, Inhalte und ganze Ereignisse miteinander zu verknüpfen – es entsteht ein völlig neuer Raum an Interaktivität, Community und Produktivität. Unterstützt wird diese Technologie durch neue Designmöglichkeiten, Artikeldarstellungen, Shop-Anbindungen und vielem mehr.

Usability – die Benutzerfreundlichkeit bei Web 2.0

Im Zeitalter von Internet-Lifestyle und Sensationsjournalismus leben Produkte wie YouTube, Digg oder MySpace förmlich auf. Es wird immer schwerer den Überblick zu behalten und zu unterscheiden, welche Internetpräsenzen seriös sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich das Internet im Zeitalter von Web 2.0 in vier bis fünf unterschiedliche Genre und Sparten trennen lassen.

So wird das Internet mehr und mehr zur Informationsplattform und Database. Web 2.0 ermöglicht es, dass Programme, Dienste, Updates und Informationen von zu Hause aus, auf der Arbeit oder im Urlaub abgerufen werden können. Dabei werden die Daten komplexer, reifer und ausgebauter. Die Programme erlangen Standards, die an leistungsfähige Software im Einzelhandel heranreichen. Hier können beispielsweise Schreibprogramme, Lernsoftware oder Virenschutzsysteme überzeugen. Die Informationen werden zukünftig noch besser dargestellt und das Internet kann zur tragbaren Television heranwachsen.

Blogs, Sharing-Produkte und Wikis zeigen es uns allen auf: Das neue Web 2.0 wird zur Präsentationswelt für Menschen, die sich, ihr Können und Wissen visuell für jeden darstellen möchten. Dass es hier oft lustige Situationen gibt, zeigen jüngst die lebende Community von YouTube oder Bildblog. Ein weiteres Phänomen, das ganz klar diesen Wandel unterstützt ist das Wissenmagazin Wikipedia. Mittlerweile sind es knapp 4 Millionen Artikel, die von Usern auf der ganzen Welt auf dem Portal publiziert werden. Gefahren bestehen jedoch: Es gibt keine Garantie auf Richtigkeit dieser Informationen und viele der Lifestyle-Produkte dienen zur Verdummung der Gesellschaft.

Big Brother is watching you – nun ja, ganz so extrem ist es noch nicht. Das Internet wird jedoch zur Echtzeit-Maschine. Durch Schnittstellen, so genannte APIs, werden Webinhalte fast wie aus Geisterhand automatisch aktualisiert. Temperaturangaben, Börsenanzeigen, Immobiliendienste, Hotel- und Vermietungen – es sind schon sehr viele Dienste, die sich in Echtzeit darstellen. Über Google Maps lassen sich beispielsweise registrierte User jederzeit und überall verfolgen. Dadurch wirkt das Internet lebendiger, es baut eine intimere Beziehung zwischen Mensch und Maschine auf. Ach ja, Thema Beziehung… ein weiterer Entwicklungspunkt ist das soziale Umfeld. Auf Network-Portalen, die sich auf Socialising spezialisieren, treffen sich Gleichgesinnte und können sich über Ihre Probleme, Herausforderungen und Ereignissen austauschen. Auch existXchange gehört dazu.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Web 2.0 intelligenter wird. Am Fallbeispiel Flickr, einer Foto-Community-Page, kann man das durchaus praktikabel darstellen. Der User selbst bestimmt die Suchwörter für seine Bilder. Zeitgleich kategorisiert er seine Fotos (Tagging). Nur dadurch lässt sich gewähren, dass die Besucher auch seine publizierten Bilder finden. Durch Such- und Ranking-Algorithmen schafft es der bekannte Shop Amazon immer die interessantesten Artikel dem Kunden zu präsentieren. In Zukunft wird es mehr dynamische Inhalte, spezifisch auf den einzelnen Kunden geben.

Sind Sie leicht euphorisch? Nun, ich könnte es Ihnen nicht verübeln. Aber Vorsicht, die Usability steht und kippt mit der richtigen bzw. falschen Anwendung der Human Computer Interaction (HCI). Wirtschaftsinformatiker befassen sich schon sehr lange mit diesem Phänomen. Unter HCI verstehen wir die Umsetzung und Planung einer möglichst benutzerfreundlichen Oberfläche einer Website und die Verknüpfung von passender Ergonomie in Verbindung mit Psychologie – sprich dem Verhalten von Usern.

Wir definieren drei wichtige Unterpunkte: Konvergenz, Komplexität und Radikalität.

Konvergenz

Zu Zeiten des Web 1.0 surfte der User im Regelfall von Seite X, dann zur Seite Y und abschließend zur Seite Z. Heutzutage ist das Medienverhalten ein Leistungssport. Gleichzeitig und mit viel kürzeren Perioden surfen die Kids auf einer oder gar mehreren Webseiten, beantworten ICQ-Nachrichten, schreiben in Chats, freuen sich über den Download ihrer neusten MP3-Datei, flirten über Skype Online und hören gleichzeitig Radio Ohr, dem Lokalsender in Offenburg. Die Konvergenz lebt! Wie nun ein Unternehmen die Leistungen der Medien sinnvoll zusammenfügt, muss es für sich entscheiden, wo wir somit ein Bereich des Business schneiden.

Komplexität

Durch die unendlichen Weiten des Web 2.0 muss der User durch eine klare Struktur der Website vor unnötiger Komplexität bewahrt werden. Auch hier ist es die Entscheidung des Business, die richtige Designauswahl zu treffen. Empfohlen werden heutzutage so genannte Register, die wiederum einzelne Channels darstellen.

Radikalität

Trotz Web 2.0 und innovativen Webseiten ist der Browser immer noch einfach und die technischen Möglichkeiten sind beschränkt. Um alle Vorteile von Web 2.0 nutzen zu können, werkeln clevere Tüftler an so genannten Social Browsern, die Community-Elemente wie Blog-Posting und Photosharing direkt anbieten. Der Zukunft steht nichts mehr im Wege…

Business – webtechnologische und betriebswirtschaftliche Entscheidung treffen

Ein guter Projekt- oder Produktmanager für Online-Medien ist heutzutage kein einfacher Webmaster, der PHP und HTML programmieren kann. Viel zu viele betriebswirtschaftliche Aspekte müssen bei der Veröffentlichung eines Portals beachtet werden. Corporate Functions wie Betriebscontrolling, Vertrieb, Marketing, Personal oder auch Qualitätsmanagement (Total Quality Managmenet Information) sind gewissenhaft zu begleiten.

Entscheidungen müssen getroffen, Finanzen überprüft, Personal eingestellt und ein Budgetplan gestellt werden. Wie das Web 2.0 hat sich somit auch dieser Bereich vom einfachen, aber nicht zu unterschätzenden Techniker/Programmierer, hin zum Betriebswirt entwickelt. Oft liegt das Versagen einer Internetpräsenz bzw. eines Internet-Unternehmens nicht an dem Programmierer oder Webmaster…

Ihr
Tobias Gehring

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Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden.

 

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