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Gestaltungshinweise und übliche Fehler eines Businessplans (Teil 1)

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Weitere werden folgen müssen um das Ziel zu erreichen. Wenn ein Gründer den ersten Schritt gemacht hat, so hat er meist die Geschäftsidee vor Augen. Jede Geschäftsidee ist, wie auch deren Ausgestaltung, individuell zu planen und schriftlich auszuformulieren. Die schriftliche Ausformulierung ist der Businessplan. Ein guter Businessplan ist Ausgangspunkt für weitere nötige Gespräche mit z.B. möglichen Partnern, Förderinstitutionen oder Geldgebern. Ziel des Businessplans ist, sich selbst und vor allem andere davon zu überzeugen, dass Ihre Geschäftsidee realisierbar und gewinbringend umsetzbar ist.

Tino Weissenrieder

Über den Autor

Tino Weissenrieder, Jahrgang 1973, hat an der Hochschule Offenburg sein Studium zum Dipl.Wirtsch.Ing (FH) absolviert. Seit 10 Jahren arbeitet er als freier Finanz- und Unternehmensberater. Beratungsschwerpunkt ist eine ganzheitliche Beratung in allen wirtschaftlichen Fragestellungen, individuell auf den Mandant zugeschnitten. Des weiteren ist er Dozent an Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach im Bereich Finanzdienstleistungen.

Homepage: www.xing.com/profile/Tino_Weissenrieder , Email: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. , Nickname: Tino Weissenrieder

Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.

Ihr Businessplan ist das erste Dokument, das Dritten zeigt über welche Kompetenzen Sie verfügen. Auch das optische Erscheinungsbild Ihres Geschäftsplans trägt wesentlich zu Ihrem Erfolg bei. 

Beachten Sie deshalb folgende Gestaltungshinweise:

Grundsätzlich gilt: Nur die wesentlichen Fakten gehören in Ihren Geschäftsplan. Vermeiden Sie lange verschachtelte Sätze. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht sollte Ihr Geschäftsplan dem Leser einen raschen Einblick in Ihr Vorhaben geben.

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Versuchen Sie, Feinheiten grafisch aufzubereiten, wenn diese wirklich wichtig und nicht in Kürze darstellbar sind. Der Umfang Ihres Geschäftsplans sollte inklusive Anhang nicht länger als 30 Seiten sein. Weiter ist auf Leserfreundlichkeit zu achten, die Schriftgröße sollte mind. 11 Pts. betragen, als Zeilenabstand sollte "1,5 Zeilen" ausgewählt werden und das Dokument sollte über einen Rand von mind. 2 cm verfügen.

Auch wenn Sie bislang noch kein Firmenlogo entwickelt haben, das sogenannte CD (Corporate Design) Ihres Unternehmens in spe nimmt jetzt schon Gestalt an. Legen Sie für Ihren Geschäftsplan zunächst ein einheitliches Seitenformat fest. Hierzu können auch sich wiederholende Kopf- und Fußzeilen gehören. Wählen Sie dann Ihre "Hausschrift" und den Schriftgrad. Diese Formatierungen sollten sich durch die gesamten Unterlagen ziehen. Wichtig ist auch ein Deckblatt sowie ein Inhaltsverzeichnis.

Um Ihren Geschäftsplan zu präsentieren, wählen Sie bitte einen ansprechenden Einband. Sie können sich hierzu beispielsweise an ein DTP- oder Kopierstudio wenden. Ob Sie Ihre Unterlagen dort spiralbinden oder laminieren lassen oder eine Präsentationsmappe verwenden, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Übliche Fehler:

Aus dem Businessplan sollte hervorgehen, dass der angehende Unternehmer das Rüstzeug für eine selbständige Existenz hat: sowohl in fachlicher als auch in kaufmännischer Hinsicht. Vor allem im kaufmännischen Bereich haben Gründer aber immer wieder große Defizite. Auch fehlt es Ihnen an Erfahrungen in Bereichen wie Mitarbeiterführung und -motivation oder Kundengesprächen.

Tipp: Sie sollten zumindest klare Vorstellungen mitbringen, wie sie mögliche Defizite bis zum Unternehmensstart ausgleichen.

Bei der Vorstellung von Konzepten wird immer wieder deutlich, dass Gründer zwar mit sprühenden Ideen aufwarten, aber weder den Markt noch die Konkurrenz studiert haben.

  • Wollen die Kunden das, was der Gründer ihnen anbietet?
  • Wie wird sich die Bedarfslage entwickeln?
  • Gibt es vielleicht schon andere, die dasselbe Produkt oder dieselbe Dienstleistung anbieten?

Und wenn Sie diese Fragen geklärt haben:

  • Wird das geplante Unternehmen unter den nun bekannten Voraussetzungen überhaupt rentabel sein?

Vorsicht: Oft ist die Beziehung zwischen den erwarteten geschäftlichen Erfolgen und den dafür maßgeblichen Faktoren und Daten nicht gegeben. Bei jedem Kreditgespräch wird die Frage nach dem Finanzbedarf und den vorhandenen Eigenmitteln gestellt. Viele Gründer sind sich nicht darüber im Klaren, wieviel Geld sie wirklich brauchen, um die erste Durststrecke zu überstehen. Sie haben auch keine Vorstellung, wie viel Startkapital sie selbst in ihr Unternehmen einbringen müssen.

Wichtig: Eigenkapital ist i. d. R. eine Voraussetzung für einen Kredit. Es signalisiert die Identifikation des Gründers mit seinem Plan, seine Risiko- und Einsatzbereitschaft. Es sichert nach dem Start aber auch die Liquidität, also die finanzielle Handlungsfähigkeit eines Unternehmens.

Subjektive und emotionale Einschätzungen der Banker spielen bei der Bewertung eines Konzepts (eigentlich) keine Rolle. Der schlüssige und erfolgversprechende Unternehmensplan selbst ist entscheidend dafür, ob der Gründer einen Kredit erhält oder nicht. Von besonderer Bedeutung ist aber auch der persönliche Eindruck, den der Gründer bei der Vorstellung seines Konzepts in der Bank hinterlässt.

Vorsicht: Viele Gründer kommen viel zu früh zum Bankgespräch, ohne dass sie über ein ausgearbeitetes Konzept verfügen. Problematisch ist generell, wenn sie keine fundierten Informationen (über Marktsituation, Branchenentwicklung, Finanzbedarf etc.) vorzuweisen haben, die kritischen Fragen (fachlichen und kaufmännischen) standhalten. So können Sie das Vertrauen des Kreditgebers nicht gewinnen.

So manches Konzept mag gut sein, ist aber in sich nicht schlüssig - oder zumindest nicht schlüssig dargestellt.

Tipp: Jedes Konzept sollte eine klare Gliederung sowie eine einfache und verständliche Ausdrucksweise haben. Außerdem ist eine überschaubare optische Aufbereitung hilfreich. Vor allen Dingen sollte eine Zusammenfassung am Anfang stehen.

Häufig werden Konzepte auch zu umfangreich verfasst. Anstatt konkrete Aussagen über das Vorhaben zu formulieren, verlieren sich die künftigen Unternehmer - über 60 bis 70 Seiten - in allgemeinen betriebswirtschaftlichen Aussagen und Feststellungen (z. B. die Bedeutung des Standortes für eine Gründung). Wichtige Details (zum eigenen Standort) werden nicht selten in einem Nebensatz abgehandelt.

(Fortsetzung im nächsten Artikel, Teil 2)

Viel Erfolg !!!

Ihr Tino Weissenrieder

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Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch Auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden. 

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