Existenzgründung als Chance Teil II: Ihr Geschäftsplan - den Erfolg planen |
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Jede Existenzgründung beginnt mit einer Idee. Und ohne Idee kein Geschäft. Trotzdem ist die erfolgreiche Findung einer „im ersten Moment“ für Sie genial erscheinenden Idee erst der Anfang eines langen Prozesses. Wenn Sie eine Idee haben, die Ihnen gut erscheint, prüfen Sie als erstes: Gibt es das schon? Wenn ja, wer macht das? Was macht der genau und zu welchem Preis? Wollen Sie wirklich genau das gleiche machen oder gibt es da einen entscheidenden Unterschied, der Ihre Idee einfach besser macht? Oder ist das Angebot räumlich so begrenzt, dass für Sie noch ein ausreichend großer Markt vorhanden ist?
Hinweis: Dieser Artikel ist ursprünglich erschienen in der Hessischen Allgemeinen Zeitung (HNA) am 07.04.2007
Beschreibung stammt vom Autor; existXchange.de haftet nicht für die Richtigkeit oder den Inhalt.
Sprechen Sie in dieser Phase mit Freunden, Bekannten, Experten und potentiellen Kunden. Seien Sie für Kritik offen und nehmen Sie diese ernst – Einwände und Bedenken in dieser Phase sind essentiell für Ihr weiteres Vorgehen. Je intensiver Sie Ihre Idee diskutieren und überprüfen, desto klarer können Sie diese einschätzen und beschreiben – insbesondere deren Kundennutzen und die Marktchancen.
Planen, diskutieren und überprüfenDie Idee alleine reicht jedoch nicht aus, um ein Vorhaben auch erfolgreich umsetzen zu können. Ihren ersten Schritt in eine erfolgreiche Existenzgründung stellt somit ihr Geschäftsplan dar. Viele werden sich nun fragen: Wozu soll ich einen Geschäftsplan erstellen? Ich weiß doch alles. Ich habe alles durchdacht. Mir ist doch klar, was ich da tue. Ist es das wirklich? Mit Sicherheit erscheint es Ihnen so – glauben Sie uns: es ist nicht so! Anzeige Ein Gründungsvorhaben ist immer ein komplexes Unterfangen, bei dem Sie viele Einzelaspekte, Strukturen, Vorgaben und Marktgegebenheiten berücksichtigen müssen – und vieles davon ist Ihnen in der ersten Euphorie der Ideenfindung noch nicht bewusst. Schreiben Sie darum alle Gedanken strukturiert auf. Betrachten Sie Ihren Geschäftsplan als „Reiseplan“ – Ihre persönliche Reiseplanung ins Abenteuer Selbstständigkeit. Er gibt Ihnen vor, was Sie wann tun werden - bis wann Sie wo Ihre Steuernummer beantragt haben – ob Sie freiberuflich oder gewerblich tätig sind und welche Rechtsform (Einzelunternehmer, GbR mit Partner, oHG, KG, GmbH) Sie mit welchen Haftungsrisiken haben werden – bis wann Sie Anträge (Gewerbeanmeldung, Gründungszuschuss, Kredite) wo abgeben werden – welche Verträge Sie eingehen werden und welche Vorlagen Sie hierzu erstellen werden – wo sie wann ihr Konto eröffnen – wer Ihnen Ihr Logo entworfen haben wird – zu welchen Kosten – wann Sie Ihre Räume beziehen – Ihr Telefonanschluss geschaltet ist – die ersten Waren eintreffen - wann Sie Ihre erste Anzeige entwerfen, aufgeben und in der Zeitung finden und Ihr erster Kunde zur Tür hereinkommt – und evtl. wieder geht ohne etwas zu kaufen. Denken Sie so weit es geht Ihre Existenzgründung voraus. Klären Sie für sich im Vorfeld alle strategischen Fragen und schreiben Sie die Antworten auf. Wie erhalten Sie zum Beispiel Ihre Leistungsfähigkeit und wer unterstützt Sie bei Krankheit? Machen Sie sich selbst einen Zeitplan mit allen wichtigen Stationen. Wenn Sie nach Ihrer Gründung im Geschäftsalltag stehen, werden Sie nur noch wenig Zeit und Ruhe haben sich hinzusetzen und strategische Konzeptionen zu erarbeiten. Fangen Sie mit der Gliederung an und schreiben Sie nach und nach zu den einzelnen Kapiteln, was Ihnen dazu einfällt. Wenn Sie meinen, dass Ihr Geschäftsplan nun vollständig sei, legen Sie ihn weg und gönnen Sie sich ein Wochenende mit Ihrer Familie oder Ihren Freunden – ohne Arbeit. Nehmen Sie den Geschäftsplan erst wieder am Montag zur Hand und lesen Sie ihn noch mal durch. Ist er immer noch schlüssig? Passt alles zusammen? Wenn ja, geben Sie ihn Ihrem Partner oder ihren Freunden zum lesen. Wenn nein: überarbeiten und das Ganze noch mal von vorne. Sollten Sie bei Ihrer Reiseplanung professionelle Unterstützung benötigen, finden Sie diese bei freien Beratern vom RKW-Hessen oder auch beim Gründungswettbewerb Promotion Nordhessen, wo Sie an mehreren Abenden kostenlos mit Coaches ins Gespräch kommen können. Dort können Sie auch ein umfangreiches Handbuch erhalten, in dem sämtliche Kapitel eines Geschäftsplans ausführlich beschrieben werden. Existenzgründer aus dem ALGII-Bereich finden Unterstützung bei ProGes, einer Gesellschaft der Arbeitsförderung der Stadt Kassel. Oder besuchen Sie eine der kostenlosen Informationsveranstaltungen von IHK und INEX. Doch bedenken Sie: Ihr Geschäftsplan ist keine Hausarbeit. Sie finden zwar viele Informationen über Inhalt und Aufbau – ob Ihr Konzept in sich schlüssig und marktfähig ist, steht auf einem anderen Blatt.
Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder. Alle Rechte verbleiben beim Autor. Eine Vervielfältigung, Verbreitung und Neuauflage auch Auszugsweise ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers erlaubt. Zitate sind ausschließlich mit Herkunftsnachweis abzubilden. |
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