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Beim Buhlen um hochqualifizierte Arbeitskräfte kommen einem sofort horrende Gehälter, Headhunter und Boni-Versprechungen in den Sinn. Dass man aber auch mit Wohlfühlambiente und Lebensqualität zum beliebtesten Arbeitgeber der USA werden kann, beweist der Google Konzern. Was den Mitarbeitern geboten wird und welche Personalpolitik dahinter steckt, erfahren Sie hier.
Bei der Arbeit in der Mittagspause mal eben in der abteilungseigenen Lounge eine Runde Playstation spielen, die Kollegen zum Tischfußball herausfordern und sich dann noch kurz in einen der bequemen Sessel fallen lassen, bevor es wieder an die gutbezahlte Arbeit geht. Das klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein. Doch Google bietet seinen Mitarbeitern Annehmlichkeiten, die sogar über das oben Beschriebene hinausgehen. So stehen den Mitarbeitern Gratissnacks zur Verfügung und beinahe an jeder Ecke befinden sich Kühlschränke mit genauso kostenlosen Getränken.
Darüber hinaus spielt sich das geschäftliche Geschehen nicht etwa in trist-schlichten Räumen ab, sondern in einer knalligen Farbenwelt und Lavalampen als Designelemente. In der Hamburger Deutschland-Zentrale verfügen die einzelnen Abteilungen sogar über ein bestimmtes Budget, mit dem sie ihre Büroräume individuell gestalten dürfen. Und auch für den Weg zur Arbeit hat sich Google Deutschland etwas besonderes ausgedacht: Google verzichtet aus vielerlei Gründen auf Dienstwagen und bot den Angestellten deshalb eine Auswahl an Fahrrädern an, unter denen sie sich eines aussuchen konnten. Seitdem kommt beispielsweise der Google Deutschland Chef mit einem Klapprad zur Arbeit.
Wenn man sich all diese Aspekte des Arbeitsalltages bei Google vor Augen führt, fragt man sich, wie sich dieses Konzept rechnen kann und ob in diesen Räumlichkeiten überhaupt gearbeitet wird.
Die Zahlen des Konzerns sprechen eine deutliche Sprache: 70% mehr Umsatz und Verdoppelung des Nettogewinns gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem bleibt die Frage, warum Google all diese zusätzlichen, in der Businesswelt ungewöhnlichen Annehmlichkeiten bietet. Die Mitarbeiterfreundlichkeit rührt vor allen Dingen von dem erheblichen Bedarf Googles an top ausgebildetem Personal her. Dabei sind hervorragende Studienabschlüsse Pflicht und darüber hinaus muss eine gewisse Persönlichkeit beim Bewerber erkennbar sein, die dann auch noch in das Google Konzept passen muss. Die Einstellungsverfahren sind aufwendig und konnten bis vor kurzer Zeit noch bis zu zwölf Monate dauern. Interessant ist hierbei, dass jede Neueinstellung von einem der beiden Google Gründer abgesegnet werden muss.
Diese Mitarbeiterfreundlichkeit hat Google zum beliebtesten Arbeitgeber der USA gemacht. Dadurch können sie extrem hohe Maßstäbe bei der Auswahl ihrer Angestellten ansetzen und dass ist in der Branche unglaublich wichtig. Wo andere Unternehmen Fachkräftemangel beklagen, kann Google aus den vollen schöpfen und beweist mit einer Fluktuationsrate, die gegen Null geht, dass man auch ohne horrende Gehälter leistungsfähige Mitarbeiter locken kann.
Es scheint, als würden immaterielle Faktoren auch unter der akademischen Elite wieder hoch im Kurs stehen und dass Lebensqualität ein entscheidender Faktor für die Auswahl des jeweiligen Arbeitgebers wird. Ob sich dieser Trend angesichts der Krise jedoch anhalten wird, bleibt fraglich. Google wird es jedoch auch weiterhin nicht nach Spitzenkräften dürsten, da nebenbei bemerkt viele der Angestellten zusätzlich zu all den Aspekten des Arbeitens in angenehmer Umgebung auch noch Millionäre durch Aktienoptionen geworden sind.
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