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Büros sind die Herzstücke der meisten Firmen und sind in unseren Breitengraden der übliche Arbeitsplatz. In Zeiten der Automatisierung von Produktionsprozessen und dem Leben in einer Dienstleistungsgesellschaft wird die Bedeutung von Büros immer größer. Grund genug sich einmal die Entwicklungen von Bürokonzepten der letzten einhundert Jahre vor Augen zu führen und neue Trends daran anzuschließen.
Nicht nur die Werkzeuge von Büroangestellten haben sich von Aktenordnern und Karteikarten zu Festplatten und Compact-Discs verändert und weiterentwickelt. Auch die Bürokonzepte wurden neuen Umständen angepasst und entsprechend modifiziert.
Anfang des 20. Jahrhunderts waren in Deutschlands Industrieverwaltung überwiegend kleine Büros vorzufinden, die in ihrer Aufteilung der produktionsbezogenen Arbeitsteilung entsprachen. Die Verwaltung wurde somit klar gegliedert und fand zumeist in Ein-Mann-Büros statt.
Mit einer gesteigerten Effizienz der Büroarbeit zum Ziel, wurden dann Bürosäle eingeführt. Hier wurden homogen wirkende Büroelemente durch Fließbänder miteinander verbunden. Diese Form der Büroarbeit wurde dann jedoch ab Beginn der 50er Jahre durch Großraumbüros ersetzt, die eine humanere Form der vorangegangenen Massenbüros darstellt. Natürlich gehören Fließbänder innerhalb von Büros von nun an der Vergangenheit an. Motive der Großraumbüros sind die Notwendigkeit der Arbeit in Teams, die entstehende Transparenz der Arbeit und die Beschleunigung der Kommunikation. Diese Entwicklung ist natürlich vor dem Hintergrund des Wandels der Arbeitssektorenstruktur zu betrachten, in der Dienstleister und Büroarbeit im Allgemeinen immer mehr an Bedeutung dazugewinnen.
Die Nachteile von Großraumbüros wurden jedoch schnell sichtbar. Die Konzentration wird durch den ständigen Geräuschpegel gestört und eine Individualisierung des Arbeitsplatzes ist nur sehr begrenzt möglich. Auch entsteht durch die Transparenz bei der Arbeit bei vielen Arbeitern ein gewisses Unbehagen durch ein ständiges sich-beobachtet-fühlen. Diese Nachteile resultierten häufig in einer schlechteren Leistung der Büroarbeiter.
Also wurden viele der Großraumbüros durch Raumtrennungen wieder zu Gebilden mit Rückzugsmöglichkeiten umgestaltet. Welches Leitmotiv sich jedoch in der Büroarbeit festgesetzt hat, ist der Teamgeist und die Notwendigkeit zum direkten Austausch unter Kollegen.
Natürlich wurden im 20. Jahrhundert noch weitere Büroformen entwickelt und getestet. Hier sind beispielsweise die Zellenbüros, Home-Offices oder Mini-Büros zu nennen. In den vier Quadratmeter kleinen, komplett eingerichteten Mini-Büros, welche Ende der 70er Jahre entwickelt wurden, arbeitet übrigens auch heute noch ein großer Teil der Büroangestellten in den USA.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Entwicklung von Bürokonzepten nie still stand und das wird sie auch in Zukunft nicht. Wenn man bedenkt, dass die Ergonomie und mit ihr das Bewusstsein für einen gesunden Arbeitsplatz erst langsam Einzug in unseren Büros hält. Und das, obwohl der Begriff und die Forschung danach bereits seit den 50er Jahren existieren.
Ein interessantes Beispiel für Neuheiten in dem Bereich der Büroarbeit ist das sogenannte Powernapping – also das „kraftgebende-Nickerchen-halten”. 20 bis 40 Minuten andauernde Schläfchen sollen das Leistungstief von Büroangestellten am Nachmittag verhindern. Dass dieser idealistisch anmutende Trend tatsächlich von betriebswirtschaftlichem Interesse ist, beweist die Kundenliste des Marktführers für Powernapping-Lösungen in Büros MetroNaps, mit Namen wie Procter&Gamble, PriceWaterhouseCoopers oder Google.
Die Suche nach optimalen Lösungen für optimales Arbeiten innerhalb von Büros wird genauso weitergehen wie die Veränderung der Werkzeuge und der Aufgabenbereiche. Alles in allem wird es wohl weniger Trendbewegung auf ganzer Linie geben, woraus sich eine heterogenere Bürowelt ergeben wird.
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