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Gestern waren wir im Kino: “Der Teufel trägt Prada”. Schon viel gehört und viel gelesen, der Film lief letzten Donnerstag in den deutschen Kinos an. Als Selbstständige eigentlich ein Muss – Modebranche hin oder her, ich arbeite auch nicht in der Modewelt. Ein Frauenfilm? Nicht wirklich, denn wie sagt man(n): auf den Inhalt kommt es an.
Die Kurzzusammenfassung:
Furchtbare Chefin des amerikanischen Top-Modemagazins erhält neue Assistentin. Assistentin ist weder modebewusst noch “karrieregeil”, möchte sich dennoch ihr großes Ziel (Schriftstellerin) nicht verbauen und arbeitet nach dem Motto “Augen zu und durch”. Seltsames Ende mit Moral.
Was lernen wir daraus, was lerne ich daraus?
Das habe ich mich zumindest gestern abend auf dem Nachhauseweg gefragt und wieder einmal ist mir klar geworden: “Wenn du dein Ding durchziehen willst dann mach es – auch wenn es Opfer gibt. Das Privatleben muss aber nicht unweigerlich leiden.” Im Film verliert die junge Assistentin zuerst einmal ihren Freund – klassischer Fall einer “karrierebewussten” Frau: jung, erfolgreich und Single. Die Chefin hat selbst genug zu kämpfen, trägt es dennoch mit Fassung. Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Ende ist enttäuschend – die junge Frau kündigt ihren Job, die Chefin bekommt einen Scheidungsantrag ihres Mannes zugesandt… und die Moral von der Geschicht: Entweder du opferst dein Leben für deinen Job oder du darfst mit einem unrasierten, soßenherstellenden Koch nachts verkohlte Käsetoasts essen. Halleluja und Amen.
Wenn ich mir vorstelle, der soßenherstellende Koch hätte einen “entsprechenden”
Job, Bankangestellter, Börsenmakler, Vermögensberater (Â
) und hätte halb so viel zu tun: die zwei würden wunderbar zusammenpassen und der Film hätte ein nettes Happy End. So soll man den Saal mit dem fahlen Nebengeschmack verlassen, dass Geld nicht glücklich macht, man bloß nicht zu viel arbeiten soll (bringt ja nichts, ausser dass man alle Freunde verliert, die man vorher hatte) und einem die “Oberschicht” nahezu leid tun kann, so schwer wie diese Leute es haben.
Bei mir hat das nicht geklappt, im Gegenteil. Ich finde diese Chefin durchaus sympathisch – zeigt sie doch, wie weit man es mit Ehrgeiz bringen kann und dass Gefühlsduseleien (die den Damen in der Berufswelt doch manchmal das Leben schwer machen können) fehl am Platze sind. Als Existenzgründer ist genau diese Einstellung meines Erachtens nahezu lebensnotwendig. Man muss nicht gerade über Leichen gehen, aber ich kennen nun doch genug Personen in meiner Umwelt, die arbeiten UND zufrieden sind (oh ja, das soll es geben, wenn der Beruf auch noch Spaß macht).
Mein Fazit:
Neid ist eine furchtbare Sache, wer es zu etwas bringen will muss nun einmal hart arbeiten und wer meint, dass Karriere und Privates nicht zu vereinbaren ist sollt emit seinem Partner darüber sprechen (und ggf. die Konsequenzen ziehen). Hart aber wahr.
Also mir hat der Film gefallen
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