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Bei vielen Unternehmensgründungen wird der Standort wenig diskutiert, zumal persönliche Kontakte und Verbindungen meist im direkten Lebensumfeld bestehen und diese häufig eine Basis für die Gründung darstellen. Doch Deutschland als Hochlohnland und Bürokratiemonster wirklich noch eine zeitgemäße Alternative in einem Europa ohne Grenzen?
Um dieses zu beantworten sind die Unternehmer selbst zu befragen, so geschehen in einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Im Sommer 2008 wurden über 700 Industriebetriebe bzw. industrienahe Dienstleister auf Ihre Zufriedenheit in Deutschland hin befragt. Es ist vorwegzunehmen, dass der Standort Deutschland insgesamt geschätzt wird und dass das Vertrauen in die Zukunft des Standortes groß ist. Besonders die hohe Unternehmensdichte und die daraus resultierende „Verfügbarkeit von Zulieferunternehmen und Dienstleistern vor Ort”  erhielt Bestnoten von den Befragten. Auch Standortfaktoren wie IT-Infrastruktur, Rechtssicherheit oder sozialer Frieden wurden positiv bewertet.
Dass nicht nur jetzt, in Krisenzeiten, von mangelnder Unterstützung für Unternehmen ohne große Namen die Rede ist, beweist die Bewertung der politischen Unterstützung mit einer Schulnote von 3,6. Und so fordert Martin Wansleben (DIHK) ein klares politisches Bekenntnis zum heimischen Produktionsstandort.
Desweiteren bemängeln die Befragten die strukturell zu hohen Energiekosten, den Fachkräftemangel und das unflexible Arbeits- und Tarifrecht. Ein vernichtendes Urteil erhielt das deutsche Steuerrecht, das mit „mangelhaft” bewertet wurde. Auch aufgrund dieser Negativfaktoren zieht jeder fünfte Produktionsbetrieb eine partielle Verlagerung der Produktion ins Ausland in Erwägung.
Bei unseren niederländischen Nachbarn wird der Standort Deutschland gerade von Kleinunternehmern geschätzt. Hier wird Deutschland nicht nur als größter Absatzmarkt niederländischer Produkte gesehen sondern als ein Land, das kleine Betriebe „mit offenen Armen empfängt”. Hinzu kommen noch die teilweise deutlich günstigeren Grundstückspreise. Zwar wurden von Seiten der Konsulate nie genaue Statistiken erhoben, doch Lars Gutheil von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer spricht von einem gestiegenen Interesse an Deutschland.
Um dem Standort Deutschland in einer Bewertung wirklich gerecht zu werden reichen die erwähnten Sichtweisen natürlich nicht aus, doch sie zeigen Unterschiede von Industrie- zu Kleinunternehmern und fordern eine genauere Betrachtung der Maßnahmen seitens der Regierung für den Standort Deutschland die für das Jahr 2009 geplant sind. Jenes soll an dieser Stelle in Kürze geschehen.
Wer mehr über die zitierte Studie des DIHK erfahren möchte wird auf der Seite des Mittelstandsblogs fündig werden.
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