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Die Weltwirtschaftskrise bringt Frage- und Ausrufezeichen gleichermaßen mit sich. Die Globalisierung ist definitiv in all ihren Ausmaßen zu spüren, der Finanzmarkt hat versagt und die Finanzwelt entpuppt sich als dschungelartiges Gebilde. Doch wohin führen uns Deutsche diese Winke mit dem Zaunpfahl? Gefährdeter sozialer Frieden, Massenarbeitslosigkeit, Inflation oder ein glimpflicher Verlauf mit Happy End?
Lange Zeit wurden die Prognosen der einschlägigen Wirtschaftsinstitute als ernstzunehmende Anhaltspunkte für volkswirtschaftliche Entwicklungen angesehen. Der Status Quo sieht anders aus. Angesichts der Weltwirtschaftskrise glaubt kaum noch jemand an die Zahlen, sofern denn überhaupt welche genannt werden. Jüngst weigerten sich die Wirtschaftsweisen gar eine Prognose zu stellen – die Lage sei zu aussergewöhnlich.
Die Bundesregierung setzt weiterhin auf konkrete Zahlen und wirkt dabei wie ein Alleinunterhalter auf einer Beerdigung. Natürlich überspitzt, aber wirklich fern der Realität dargestellt? Ein Blick von Innen nach Außen beweist das Gegenteil: Der bisher durch die Krise unbeeindruckte Einzelhandel bricht ein und demonstriert eindrucksvoll, dass die Krise mit einiger Verspätung auch in den deutschen Köpfen angekommen ist. Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Jahr wohl um eine Million zunehmen und das vor dem Hintergrund unserer bedrohlichen demographischen Entwicklung. Eine Gefährdung des sozialen Friedens wird von der Anwärterin auf das höchste Amt im Staat nur angedacht und die politische Landschaft reagiert pekiert. Jedoch nicht aufgrund einer der Realität fernliegenden Fehleinschätzung des beschmutzten Schwans, sondern aus Gründen der politischen Etikette und Volksberuhigung.
Ein Blick nach Aussen auf globalisierte Weltmärkte, auf die Deutschland angewiesen ist wie kein anderes “Erste-Welt-Land”, erlaubt auch nicht den Griff zu fröhlicheren Farbtönen. Europa als eine Mannschaft aus Einzelkämpfern, ohne Reserve auf der Bank und vielen rot gefährdeten Spielern braucht Deutschland mehr als klassischen Libero, als dass es einen attraktiven Transfermarkt bieten könnte. In den USA zeigt sich die Wall Street zwar gefestigter, was jedoch wohl mehr die Hoffnung der Händler auf eine baldige Erholung widerspiegelt, als dass es als ernstzunehmendes Barometer anzusehen ist. Ben Bernanke verkündet sogar ein Wachstum der amerikanischen Wirtschaft für 2009 und erscheint als zu beneidender Optimist bzw. hoffnungsloser Euphemist. Kellergeschosse voller Leichen in der Mehrzahl der mittleren und großen Banken lassen auf letzteres vermuten.
Afrika und Asien scheinen mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein und geben wenig Grund zum Hoffen auf gute Absatzmöglichkeiten für deutsche Produkte. Japan verzeichnete als weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft beispielsweise einen Importrückgang von beängstigenden 22%. Und Afrika wird durch die Wirtschaftskrise doppelt gebeutelt: Zum einen brechen die Exporte ein und zum anderen schrumpft die Entwicklungshhilfe beträchtlich.
Als einziges Licht am Absatzmarkthimmel leuchtet klein und unbemerkt der mittlere Osten, wo in Teilen weiterhin investiert wird und Wachstum zu erwarten ist.
Eine Prognose über Verlauf und Ende der Krise ist ebenso unmöglich wie unseriös. Angesichts der weltweiten Neuverschuldungen und der damit in Umlauf gebrachten Geldmengen erscheint eine beträchtliche Inflationsrate als logische Reaktion. Eine ansteigende Arbeitslosigkeit ist wohl unvermeidbar, wodurch eine Gefährdung des sozialen Friedens, was auch immer man darunter verstehen mag, zumindest nicht unrealistischer erscheinen lässt. Absolut gesehen blicken wir düsteren Zeiten entgegegen, doch die relative Betrachtung durch einen Vergleich mit unseren Nachbarn lässt die Lage zumindest positiver erscheinen.
Eine Bewertung des Krisenmanagments der Bundesregierung wird erst die Zukunft erlauben. Es bleibt höchstens festzuhalten, dass die Abwrackprämie in ihrer Erweiterung ein irrationales und populistisches Instrument darstellt und dass ein Superwahljahr eine gute Regierungsarbeit bedeutend erschweren wird. Desweiteren bleibt zu hoffen, dass die Konjunkturausgaben im Bausektor nicht überhastet für unwichtige Projekte verwendet werden. Es besteht die Gefahr, dass die zur Verfügung stehenden Mittel auch ohne Notwendigkeit in Anspruch genommen werden und der Bund der Steuerzahler wieder vermehrt über spektakuläre Steuerverschwendungen zu berichten hat.
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Das werde ich auch mal bloggen
THEOLOGISCHE DEBATTEN DES MITTELALTERS
“Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”
Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008)
Die Religion, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden, war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.
Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.
Die “heilige katholische Kirche” degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte “Königreich des Vaters” (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches “Himmelreich” der Toten, nur um selbst eine “Moral” verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.
Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.
Heute (2009) sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab! Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze “moderne Zivilisation” auszulöschen; es reicht schon aus, wenn wir weiterhin an den “lieben Gott” (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und Zinsgeld (Geld mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion) verwenden.
Ich wünsche dem einstigen Land der Dichter und Denker Viel Erfolg bei der Auferstehung noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).
Gutenberg hat mit seinem Wirtschaftsministerium mal wieder tolle Arbeit bewiesen. Die Rezession ist vorbei!!! OlĂ© olĂ©!!! Jetzt ist dann wieder alles normal, wie vor den zahlreichen Krisen. Die letzten Jahre (vor 2007) hatten wir einen Aufschwung, der seines Gleichen gesucht hat – trotzdem wurden Menschen entlassen um später wieder in Zeitarbeitsfirmen für den ehemaligen Arbeitgeber arbeiten zu können (natürlich mit weniger Geld in den Taschen). Ich finde die Gesellschaft braucht so eine Krise, um endlich aufzuwachen und sich nicht alles von der Regierung und den Lobbyisten diktieren zu lassen. Wann werden wir endlich wach?
Ich hoffe nicht allzu spät…