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Selbst geschossene Fotos für ein paar Euro im Internet verkaufen und daran wirklich Geld verdienen? So ungewöhnlich es klingt, so einfach ist es auch. Ein Trend mit einer herausragenden Erfolgsgeschichte…
Stock-Fotografie bedeutet, dass Bilder auf Vorrat geschossen werden und nicht schon bei der Produktion ihr Verwendungszweck bestimmt ist. Profis wie Amateure können ihre Fotos oder Animationen in einer der Internetplattformen wie Fotolia oder Dreamstime einstellen und sie zum Verkauf freigeben. Um sie den Kunden zugänglich zu machen, wird jedes Bild mit Stichwörtern versehen, die ein zielgerichtetes Finden ermöglichen sollen. Die Preise für ein Bild liegen je nach Größe zwischen einem und fünf Euro. Lohnen tut sich dieser Verkauf nur aufgrund der Möglichkeit die Bilder mehrfach zu verkaufen.
Genutzt wird dieser Service vor allem von Firmen, die  günstig Bilder für Werbung und Design suchen. Ein Löwenanteil der Nachfrage nach Microstock Bildern, wie sie aufgrund ihres niedrigen Preises genannt werden,  fällt auf die Ausgestaltung von Websites.
Yuri Arcus heißt der Star der Microstock Szene. Als Psychologiestudent begann er mit der Microstockfotografie und brach das Studium nach eigenen Angaben ab, als er mit der „Fotografie auf Vorrat” mehr als zehntausend Euro im Monat verdiente. Mittlerweile kommt der dänische Spezialist auf eine Million Verkäufe im Jahr. Ein derartiges Volumen kann natürlich nur mit Hilfe von Angestellten verarbeitet werden. Arcus beschäftigt unter anderem zehn Mitarbeiter in Indien, deren Aufgabe es ist, die Bilder mit hilfreichen Schlüsselwörtern einzuspeisen.
Seine Fotos ähneln sich in ihrer Gestaltung sehr: Idealbilder jeder Altersklasse in sehr heller Ausleuchtung. Auf vielen dieser Bilder ist die blonde Freundin Arcurs´ zu sehen, die dadurch eine Art anonyme Berühmtheit in großen Teilen der Welt erlangt hat.
Im Zeitalter von Digitalkameras und Photoshop bleibt es nicht nur Profis vorenthalten, gute Fotos zu schießen. Mit ein wenig Gespür für Motive mit hoher Nachfrage lässt sich durch Microstock Fotografie wirklich „einfaches Geld” verdienen.
Fotolia, mit mehr als einer Million User einer der größten Microstock Plattformen, gibt an, dass das Verhältnis von Profis zu Amateuren in ihrer Nutzerschaft bereits bei circa 1:1 liegt. Auch der Branchenstar Arcurs erkennt diesen Trend und bereitet bereits seinen Abgang aus dem Geschäft vor, da der Druck durch die riesige Anzahl an Amateuren immer größer wird. Professionellen Fotografen rät er sogar von dem Einstieg in das Geschäft ab.
Ob die Microstock Fotografie letztendlich die Goldgrube für jedermann werden kann, ist zweifelhaft. Außer Frage steht jedoch, dass Fotografiebegeisterte sich ein paar Euro dazuverdienen können und darüber hinaus mit Spannung verfolgen können welches ihrer Bilder tatsächlich gekauft wird.
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