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Die Abwrackprämie schlägt ein wie eine Bombe – die Kleinwagen werden nachgefragt wie warme Semmeln und die Kleinwagenbereiche der Autohäuser sind wie leer gefegt. Doch wie ist dieser augenscheinliche Erfolg zu bewerten? Gibt es eine andere Seite der Medaille?
Die Abwrackprämie wurde am 14. Januar als Bestandteil des Konjunkturpaketes II beschlossen. Es ist als ein antizyklisches staatliches Mittel zu sehen, das einen kurzfristigen Anschub der Pkw Verkäufe in Deutschland bewirken soll. Dieses Ziel wurde ohne Zweifel erreicht: Im Februar wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat 21% Â mehr Autos verkauft. Bereits 180.000 Anträge auf die Prämie wurden eingereicht und die Tendenz ist weiterhin steigend. Dennoch ist dieser Erfolg mit Vorsicht zu genießen.
Der Löwenanteil der Abwrackprämien wird in Verbindung mit Kleinwagenkäufen ausgezahlt. Davon profitiert vor allem die VW Gruppe, da Modelle wie Fox, Polo, Skoda Fabia oder der Seat Ibiza nun vermehrt nachgefragt werden. Audi und Mercedes hingegen profitieren wenig bis gar nicht von der Umweltprämie, da sie Premiumklasse-Kunden einfach nicht anspricht. Eine gestaffelte Abwrackprämie, abhängig vom Anschaffungspreis des Neuwagens hätte hier Abhilfe schaffen können.
Nun stellt sich die Frage, ob die Abwrackprämie in einer Sozialen Marktwirtschaft die geeignete Maßnahme ist. Bei direkter Hilfe für Opel schreien Hälse aus beinahe allen politischen Lagern (und wohlgemerkt von Seiten VWs) auf und verweisen auf Wettbewerbsverzerrungen und Soziale Marktwirtschaft. Die Abwrackprämie hingegen wird nun gerne als Erfolg für die Regierung verbucht und der Fakt, dass zu großen Teilen ein einziger deutscher Hersteller davon profitiert wird unter den Teppich gekehrt.
In Deutschland werden kaum Kleinwagen produziert. Daher müssen die nun nachgefragten Autos wie beispielsweise der Fox aus Brasilien importiert werden und bringen keine nennenswerten Vorteile für die Auftragslage in deutschen Werken. Durch den Import der Pkw verzögert sich die Auslieferung und viele Konsumenten schwenken auf kleine „Japaner” oder „ Franzosen” um.
Die langfristigen Auswirkungen auf den deutschen Automarkt sind schwer abzusehen. In anderen Ländern haben ähnlich Maßnahmen langfristige Probleme für den Gebrauchtwagenhandel bewirkt.
Natürlich ist ein Anstieg der Nachfrage auf dem deutschen Markt zu beobachten, doch zunächst ist es nur ein Markt von vielen und die deutschen Autohersteller sind besonders vom Export abhängig, welcher kurzfristig keine positiven Tendenzen aufweisen wird. In Frankreich bleibt beispielsweise der erhoffte Boom durch eine ähnliche Umweltprämie aus.
Der Titel „Umweltprämie” erscheint fraglich, wenn man sich die, aufgrund der Prämie verschrotteten, Autos auf den Höfen der Schrottplätze anschaut und viele Pkws findet, die locker die Euro 3 oder gar 4 Abgasnorm erfüllen. Unter der Vergegenwärtigung des Co2 Ausstoßes, der bei der Herstellung eines Pkws entsteht, ist die ökologische Bilanz der Umweltprämie nur bedingt umweltfreundlich. Ob es Sinn der Sache sein sollte, dazu anzureizen kleine verbrauchsarme Autos zu verschrotten wird wohl niemand bejahen.
Zunächst mussten Profiteure der Abwrackprämie nur eine Kopie ihres Fahrzeugscheines an die zuständige Behörde schicken. Diese laxe Richtlinie erwies sich schnell als Booster für Gebrauchtwagen Exporte gen Osteuropa. Nun sind die Bürger dazu verpflichtet das Original zu versenden.
Der Ausschluss von Hartz 4 Empfängern aus möglichen Prämienprofiteuren erhitzte in den letzten Tagen die Gemüter. Die Notwendigkeit dieses Zusatzes bleibt für mich jedenfalls im Verborgenen.
Die vielleicht größte Panne der Umweltprämie ist wohl der sogenannte Windhundeffekt. Er beschreibt die Situation in der sich Käufer befinden, die nun ein Auto bestellt haben und sich aufgrund der langen Wartezeiten nicht auf die Auszahlung der Abwrackprämie verlassen können. Denn diese wird erst bei Erhalt eines Neuwagen ausgezahlt, womit die Kunden in der Luft hängen, da nicht zu bemessen ist wie viele Autos bestellt sind und wann das Kontengent von ca. 600.000 Prämien ausgeschöpft sein wird.  Dieses Gefühl der Ratlosigkeit macht es Kunden wie Händlern schwer, zumal sie bei Lieferzeiten von sechs Monaten und mehr keine Garantien vergeben können. Es bleibt abzuwarten ob und wie sich die Regierung dieses Problems annehmen wird. Doch welcher Politiker möchte in einem Wahljahr Berichte von „geprellten Bürgern” durch die Medien geistern sehen?
Die Wirkung als kurzfristiges antizyklisches Werkzeug um die Binnennachfrage anzukurbeln hat die Abwrackprämie definitiv erreicht. Und der Zweck heiligt besonders in ratlosen Krisenzeiten die Mittel.  Jedoch ist der Erfolg unter den oben genannten Gesichtspunkten relativ zu betrachten und besonders in einem Wahljahr sollten Wähler dazu angehalten sein, „politische Erfolge” noch kritischer zu hinterfragen.
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… da hat die Regierung ja schnell reagiert !(…geprellte Bürger)
Es soll jetzt eine Reservierung für die Prämie geben. Schaun mer mal …..
Siehe hierzu den Blogeintrag vom 9.Maerz